Bistumsstelle Münster |
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Dietrich Bonhoeffer zum Pazifismus PAX CHRISTI könnte auch heißen: Christus und der Friede. Dietrich Bonhoeffer: Wir wollen vom zentralen Punkt des Neuen Testaments ausgehen, und darum diese Fragen unter das vornehmste und höchste Gebot stellen. Wir wollen nicht ein ein-zelnes Wort von weltlicher Obrigkeit aus dem ganzen Zusammenhang reißen, und damit verkennen, daß Christus das Reich Gottes verkündet hat, gegen das die ganze Welt und so auch die Obrigkeit in Feindschaft lebt. 1. Christus will nicht um unserer Ruhe willen Zustände ändern; viel weniger werden wir es können. Die Nachfolge steht ganz auf einfältigem Glauben, und es ist auch der Glaube nur in der Nachfolge wahr. Die Gläubigen sind angeredet, die Welt aber durch das Friedenszeugnis Christi gerichtet. Der Glaube muß einfältig sein, sonst wirkt er Reflexion, nicht Gehorsam. Es gibt keinen gesicherten Frieden. Der Christ kann nur den Frieden wagen aus Glauben. So gibt es keine direkte Men-schenverbrüderung, es gibt nur den Zugang zum Feind über das Gebet des Herrn aller Völker. 2. Das mißverstandene Verhältnis von Gesetz und Evangelium, d.h. eine Sündenvergebung, die an die bürgerliche, irdische Existenz des Menschen nicht rührt. Da wird dem Menschen noch berichtet, daß er Sünder ist, er wird aber nicht mehr aus sündigen Bindungen herausgerufen. Wie sollen wir, die wir auf Gnade hinsündi-gen, die Sündenvergebung und das Gebet zu Gott noch ernstnehmen? „Du sollst nicht töten", „Liebet die Feinde" ist Gebot, gegeben zum einfältigem Gehorsam. Dem Christen ist jeglicher Kriegsdienst, jede Vorbereitung zum Krieg verboten. Glaube, der die Freiheit vom Gesetz in der willkürlichen Verfügung über dies Ge-setz sieht, ist menschlicher Glaube und trotzt Gott. Der einfältige Gehorsam weiß nicht um gut und böse, er tut in Nachfolge das Werk als etwas, was sich von selbst versteht. 3. Ohne selber den Frieden mit Bruder und Nächsten zu haben, können wie den Völkern nicht Frieden predigen. Wenn ein Volk das Gebot des Friedens nicht hö-ren will, dann sind Christen als Zeugen aus diesem Volk herausgerufen. Haben wir aber acht, daß wir Sünder den Frieden aus Liebe verkündigen und nicht aus Eifer um Sicherheit und politische Ziele! 4. Wahrer Friede ist in uns aus Gott; Friede ist mit dem Evangelium unzertrennlich verbunden. Deshalb ist er nicht Aussöhnung mit religiösen Weltanschauungen. Dem Sünder gilt die Vergebung; mit der Sünde und falscher Lehre gibt es keine Aussöhnung. Waffen sind Glaube und Liebe, im Leid geläutert. Die reine Liebe, welche zuerst Gott sucht und seine Gebote, sieht lieber einen wehrlos umge-brachten Bruder, als seine und unsere Seele mit Blut befleckt. Die Liebe kann unmöglich das Schwert gegen einen Christen richten, weil sie es mit ihm auf Chri-stus richtet. Die Frage „Sollte Gott uns solches befohlen haben?" ist die Frage der Schlange. Dietrich Bonhoeffer 1934 |
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Gedruckt am Di, 07.09.2010 | 16:51:24 Uhr, aus http://www.muenster.paxchristi.de |
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