Zum Inhalt [I]
Zur Navigation [N]
Kontakt [C] Aktuelles [2] Suchfunktion [4]
daszentrum (Medium).JPGDas Zentrum "Our Kids"

pax christi

menschen machen frieden - mach mit.

Unser Name ist Programm: der Friede Christi. 

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. 

» Alle Informationen zur Deutschen Sektion von pax christi

Aktuelles aus Kiew

An dieser Stelle berichten wir und unsere Freiwilligen in Kiew regelmäßig von ihrer Arbeit, ihren Eindrücken und ihren Erlebnissen im Kinderheim "Our Kids", in Kiew und in der Ukraine.

Der Winter in Kiev
Ein aktueller Bericht unserer „Friedis“ aus der ukrainischen Hauptstadt

Schnee und Plattenbauten. Die Temperaturen ständig im Minus und dann noch im zweistelligen Bereich. Rutschpartien auf den Wegen und Straßen. Zugefrorene Busfensterscheiben. Nicht immer ganz angenehm. Dafür ist der Schnee echt schön. So sieht hier der Winter in Kiev aus. Schon etwas anders als zu Hause. Deshalb hier ein kleines Winterupdate zu unserer Arbeit und unserem Freiwilligendienst.

Ein bisschen Chaos, einige Adoptionen, neue Kids und ja und was eigentlich…?
Die letzten Wintermonate vergingen ziemlich schnell. Die Stimmung im Zentrum: nicht gerade optimal. Einige Angestellte wurden entlassen. Unzufriedenheit. Und eine neue Direktorin. Bis jetzt alles ohne wirkliche Auswirkung auf unser Sein und Tun hier im Kinderheim „Our Kids“, bis vielleicht manchmal auf unsere Stimmung.
Inoffiziell haben wir uns während der Bürozeiten für selbstständig erklärt. Vormittags gibt’s hier echt fast nichts zu tun. Und dazu wird so gut wie nichts von einem erwartet. So scheint’s zumindest… gar kein Druck. Da kommen wir beide frisch aus der Schule, alles tip-top durchstrukturiert, Druck und Leistungsanforderungen. Sich zu motivieren ohne all das. Schon ziemlich ungewohnt. Dafür ist man ziemlich frei.

Ach und die Kids, sind zu richtigen Motivatoren geworden. Begrüßungsumarmungen, kleine Bussis auf die Wange und beim Gehen wird gefragt, wann man widerkommt. Endlich sind auch mehr Kinder im Heim, sodass Aljoschas Familien schön gefüllt sind und so gut wie immer wenigstens ein Kind Zeit hat. Trotz einem halben Jahr hier gibt es immer noch ab und zu Kommunikationsschwierigkeiten mit unserem Arbeitsplan und den Abläufen in den Familien. Man kommt, hat mal wieder einiges vorbereitet und die Kinder machen Mittagsschlaf, Hausaufgaben oder dürfen einfach nicht, weil sie zu viel Humbug gemacht haben. Also immer ein Buch dabei oder Yogaübungen um nicht blöd rumzusitzen.

Leider wurde hier seit einigen Monaten das Sportprogramm der Kinder komplett eingestellt. Explosionsgefahr! Wohin mit der ganzen Energie? Also haben wir das ein bisschen in die Hand genommen.

Aljoscha
Ich bietet zudem jede Woche ca. 45 min „Kindertanzen“ an, eher Spiele zur Musik, damit die sieben Kleineren sich ordentlich auspowern können. Die Vorbereitung war mangelhaft, die Spielanleitungen las ich von meinen Vokabelkärtchen ab, dazu drei Erzieherinnen, die ständig reinriefen und sich einmischten. Was eher das vermutliche Ziel, für Ordnung zu sorgen, stark verfehlte. die Aufmerksamkeit überall - nur nicht bei mir. Viel „haha da kannst mir Garnichts“ und nach einer halben Stunde war ich fertig, durchgeschwitzt und wollte ins Bett, viel Schokolade und Fernsehen. Doch zum Glück konnte das geändert werden. Die mehreren Runden Stopptanz, Schwanzfangen und Blindekuh werden nun nur noch von einer Erzieherin beaufsichtigt, die mir ab und zu unter die Arme greift, wenn zu viel Trubel herrscht. Das ganze scheint den Kids echt Spaß zu machen!!

Und was schon länger läuft: meine beiden beschaulichen Jongliergruppen mit fünf Kindern pro Gruppe, ab 9 Jahren. Jeden Mittwoch gibt es ein kleines vierzigminütiges Jongliertraining. Erst seit ein paar Wochen habe ich der Anfänger- und Fortgeschrittenengruppe ein grobes Konzept gegeben. Gruppenspiele am Anfang um ein bisschen das Ballgefühl zu stärken. Danach, je nachdem wie gut mitgemacht wird, mehrere Partnerübungen und zum Schluss ein paar Wettkampfspiele. Mittlerweile läuft’s echt nicht schlecht. Doch die Anfangszeit auch Stress und Stress. Eine Gruppe, deutlich zu groß, Beleidigungen, Rumgezanke und so gut wie jedes Mal wurde jemand nach Hause geschickt. Überforderung pur…
Und warum ausgerechnet Jonglieren?

Einmal macht’s mir selber Spaß und hat früher immer die Langeweile weggepustet. Dazu machbar überall nur nicht im All und es soll konzentrationsfördernd und stressabbauend wirken.

Ansonsten versorge ich momentan vier Kids, eine Erzieherin und ein Psychologin regelmäßig mit ordentlich Englischaufgaben. Für die anderen bringe ich immer wieder neue Rätsel oder Ausmalbilder mit, Origami und Gesellschaftsspiel von zu Hause. Am beliebtesten sind Geschicklichkeitsspiele, wie  „Disc-Mikado“.

Charlotte
Hausaufgaben, Hausaufgaben und noch mehr Hausaufgaben. Tja so sieht das meistens bei meinen Kindern aus. In beiden meiner Familien tun sich die meisten ziemlich schwer, vor allem in Bezug auf das Arbeitstempo, welches extrem langsam ist. Wirklich extrem. So bleibt leider kaum richtig Zeit um irgendwas anderes zu machen und ich bin die dauerhafte Hausaufgabenhelferin. Manchmal schon frustrierend, besonders wenn man sich neue Spiele ausdenkt, schön bastelt und diese dann sehnsüchtig auf ihren Einsatz warten müssen. Und warten und warten. Vor einiger Zeit bat mich dann eine Familie das Englisch-Niveau ihrer Kinder mal ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Englischnachhilfe sozusagen. Ich entwarf dann schön einen Wochenplan, an welchem Tag welches der Kinder dran ist. Na ja, bis jetzt klappt das nicht so… Hausaufgaben. Immerhin gibt’s dann trotzdem ein wenig Nachhilfe für das Kind, was gerade frei ist. Was selbstbestätigungsmäßig gesehen echt süß ist, wenn die Kinder sich darum streiten, wer mit mir jetzt Hausaufgaben machen darf.

Ansonsten organisierte ich vor einiger Zeit einen Bastelnachmittag für alle Kinder im Zentrum. Die Vorbereitung war echt aufwendig und auch das Abbauen und putzen der Tische. Die Kinder wurden in mehrere Gruppen eingeteilt und insgesamt gab es drei verschiedenen Bastelstationen. Dafür war die Zeit des Nachmittags echt schön und die Kinder schienen es echt zu genießen und wollten sogar am Ende gar nicht nach Hause.

Erst in letzter Zeit wird einem so richtig klar, was hier eigentlich so ungewohnt ist, abgesehen von den kleinen alltäglichen Dingen. Die autoritäre, hierarchische Ordnung im Büro und noch stärker in den Sozialfamilien. Die ernüchternde Erkenntnis, dass es hier für uns kein praktisches, pädagogisches Vorbild gibt. Wie anders Pädagogik hier abläuft, so streng, die Motivation für die meisten Dinge: nicht bestraft zu werden. So wirkt das häufig.

Ansonsten lernen wir Kiev immer besser kennen. Ein Träumchen, was die Stadt an Kaffees, guten Restaurants und ziemlich coolen Bars bietet. Nach der Maidan-Revolution fingen die Leute immer mehr an ihr Geld zu investieren aufgrund dem instabilen Währungskurs, daher die riesen Menge an Ausgehmöglichkeiten.

Tja und auf den Frühling wird sich schon richtig gefreut…
bis dann

Eure Freiwilligen aus Kiev, Charlotte und Aljoscha

 

Dateien zum Download

Dateien zum Download